Wie die Contentindustrie wirklich tickt

15. Oktober 2009 by Gismo

Wikileaks hat ein neues Dokument im Angebot welches schön zeigt wie die Musikindustrie überhaupt über Ihre Kunden denkt.

Dort führt die “Anti-Filesharing-Gruppe DigiRights Solutions GmbH aus Darmstadt” vor, das man durch das verklagen für einen illegalen Download 150x mehr verdienen kann als wenn man dem Kunden den Song verkauft.

Das ganze wird als Geschäftsmodell anscheinend ernsthaft in Betracht gezogen.

Und da wundern die sich das ihre Umsätze sinken.

Anstatt mal endlich über sinnvolle Vermarktungsmöglichkeiten für MP3, Filmen und Büchern im digitalen Zeitalter nachzudenken, scheint es wichtiger zu sein noch mehr aus den potentiellen Kunden rauszupressen.

Fernmeldegeheimnis: Für einige Provider optional

14. Oktober 2009 by Gismo

ZDNET hat eine interessante Entdeckung gemacht.

Anwender die über UMTS mit Vodafone oder T-Mobile online gehen bekommen nicht die Webseiten die sie aufrufen sondern modifizierte Seiten die sogar seitenfremden Code nachladen und Bilder austauschen.

Zum allgemeinen Verständnins: Ein provider hat die Aufgabe eine angeforderte Seite unverändert von Punkt A nach B zu bringen. Diese beiden Provider aber verändern den Inhalt, fälschen Adressen und geben sich als andere Server aus. Alles ganz offiziell ungeniert.

Das Fernmeldegeheimnis zählt da wohl nur nebensächlich.

Wie auch sonnst bei den letzten Geschichten. Diese Aktion ansich mag harmlos klingen: “Die machen das ja alles nur um Transfervolumen zu sparen und die UMTS Leitung optimal auszunutzen”

Aber man darf nicht vergessen das genau diese Provider auch die eMails von Millionen von Kunden zustellen. Wer weis vielleicht werden die ja auch verändert um Traffic zu sparen. Oder wenn jetzt noch nicht in Zukunft vielleicht. Oder etwas Werbung dazupacken. Schließlich muss man ja auch was verdienen.

Das Mißbrauchspotential und vor allem der Vertrauensverlust den so ein Verhalten verursacht ist enorm.

Interessant währe es ob dies ein Sonderkündigungsrecht bei den beiden Providern ermöglicht und ob andere Provider ähnlich vorgehen.

Internet Eyes

7. Oktober 2009 by Gismo

Wie pervers ist das denn: Als Onlinespiel verpackt mit “monatlichen gewinnen” soll demnächst in England der Pilotversuch “Internet Eyes” starten.

Dort können sich “Spieler” registrieren und bekommen dann live, reale  Überwachungskameraaufnahmen aus allen teilnehmenden Läden abwechselnd gestreamt. Wenn sie was auffälliges (ein Verbrechen) entdecken, drücken die “Spieler” einen Knopf, markieren die besagte Straftat.

Der für die jeweilige Kamera verantwortliche (Ladendetektiv, Security usw.) bekommt dann den Hinweis überprüft das und wenn es stimmt bekommt der Spieler Punkte. Selbst gefundenes “verdächtiges” Verhalten, was aber keine Straftat ist, wird mit einem Punkt belohnt. Wer am Ende des Monats die meisten Punkte hat Geldpreise.

Wird das Ding ein Erfolg soll es International vertrieben werden.

Hey warum macht die Polizei das nicht auch noch? Jeder registrierte “Spieler” kann sich Online die Ermittlungsakten aller Polizeidienststellen ansehen, wenn er was findet was die Polizei übersehen hat gibts Punkte und der Gewinner darf einmal mit Blaulicht durch die Stadt fahren….

BKA und die geheimen Richtlinien

5. Oktober 2009 by Gismo

Das BKA zeigt mal wieder geballte Netzkompetenz indem es bis vor kurzem die Richtlinien zur Umsetzung der Internetzensur als Verschlussache deklariert hat.

Jetzt geben Sie dem Druck vieler Verbände, Personen usw. nach und heben den Status als Verschlussache auf. Begründung warum dies überhaupt gemacht wurde war, “Manipulationssicherheit”.

Security through obscurity hat ja in der Vergangenheit auch schon immer so gut funktioniert. ;)

Und es geht weiter..

5. Oktober 2009 by Gismo

Der Europarat fordert das Provider für die Inhalte die durch Kunden bereitgestellt werden (privat wie geschäftlich) zur Verantwortung gezogen werden sollen.

Also DNS Zensur in einigen Europäischen Ländern reicht anscheinend immer noch nicht, da wird halt mal die Komplettfilterung verlangt oder was soll das?

Um zu kontrollieren was Kunden bereitstellen, müssten Provider nämlich alles Filtern. Einen anderern Weg gibt es nicht.

Schäubles Wunschliste

26. September 2009 by Gismo

Um nochmal allen zu zeigen was Schäuble da für einen Kurs in den letzten Jahren wurde zum Glück eine interne Liste mit Wünschen des Innenministeriums geleakt.

Auf dieser Liste stehen weitreichende Befugnisse die man gerne für den Verfassungsschutz hätte.

  • der Verfassungschutz soll auch Onlinedurchsuchungen machen dürfen
  • der Verfassungschutz soll auf alle Daten der Vorratsdatenspeicherung zugreifen dürfen
  • der Verfassungsschutz soll den großen Lauschangriff in Privatwohnungen einsetzen dürfen
  • der Fingerabdruck soll bei jeder erkennungsdienstlichen Maßnahme abgenommen werden
  • Ermittler sollen Straftaten bei Infiltration von Vereinigungen durchführen dürfen wenn diese “Szenetypisch” sind.

Der letzte Punkt is ein Witz: Wenn also der Verfassungschutz sagen wir mal die Mafia unterwandern will dann dürfen sie auch Leute zusammenschlagen oder in Beton versenken weil das ja “Szenetypisch” ist?

Unis für Totalüberwachung

22. September 2009 by Gismo

Zumindest einige.

Da werden über die EU Projekte finanziert die normale Videoüberwachung alt aussehen lassen. Natürlich alles heißer gekocht als gegessen aber trotzdem schon ein starkes Stück das Wissenschaftler sich mal wieder für sowas einspannen lassen.

Das Projekt Indect (15 Mio Euro) soll verdächtiges Verhalten erkennen, mehrere sich bewegende Personen verfolgen können und dabei Überwachungskameras und alle möglichen “multimedialen” Inhalte sollen gesammelt und “intelligent” verarbeitet werden.

Weiterhin soll eine Suchmaschine entwickelt werden die alle öffentlichen Quellen abgrast, z.B. Facebook, Private Homepages etc pp.:

Die Wissenschaftler wollen, so die Beschreibung des Forschungsprojekts, Agenten entwickeln, “kontinuierlich und automatisch öffentlich zugängliche Quellen wie Websites, Diskussionsforen, Usenet-Gruppen, Datenserver, P2P-Netzwerke sowie individuelle Computersysteme zu überwachen und so ein internetbasiertes, aktives und passives Datensystem zu konstruieren”. Dabei soll auch die Bedeutung von Worten analysiert werden, selbst Stimmungen sollen irgendwie erfasst werden.

Am besten koppeln wir das ganze dann noch an ein unfehlbares Drohnensystem der Amis und dann sind wir Ruckzuck das Terrorproblem los.

UPDATE: Die Zeit schreibt mittlerweile auch drüber: Link

England arbeitet weiter an der Vollerfassung seiner Bürger

21. September 2009 by Gismo

Neben außer Kontrolle geratenen DNA Datenbanken, der starken Kameraüberwachung, den Schulen wo die Kinder mit Fingerabdrücken bezahlen müssen, dem speichern vieler Daten von Touristen usw. kommt jetzt der nächste Schritt.

Alle die mit Kindern oder Hilfsbedürftigen arbeiten, müssen sich bei der ISA (Independent Safeguarding Authority) registrieren und einem umfassenden Check unterwerfen. Wer dies nicht tut muss mit Strafen mit bis zu 10.000 Pfund rechnen.

Diese Maßnahme wird ca. 11 Millionen Bürger betreffen.

Geprüft wird neben dem normalen polizeilichen Führungszeugnis auch noch

  • Verwarnungen (Cautions)
  • Verweise (Reprimands)
  • Warnungen (Warnings – was auch immer damit gemeint ist)
  • jede beliebige zukünftige Quelle
  • Informationen aus der eigenen ISA Datenbank (nicht definiert was für Daten das sind)

(Quelle)

Schäuble will Geheimdienste (fast) ohne Kontrolle

20. September 2009 by Gismo

Was den Geheimdienst bestimmt immer schon gestört hat war die parlamentarische Kontrolle über seine Tätigkeiten.

Ist auch schlimm wenn man sich als Geheimdienst vor der eigenen Regierung rechtfertigen und vielleicht sogar Fehler eingestehen muss.

Also fordert Schäuble flugs im Sinne des Rechtsstaates die Abschaffung dieser Kontrolle:

“Wir benötigen eine andere Art der Kontrolle der Nachrichtendienste, vielleicht sollten wir eine bestimmte Persönlichkeit dafür berufen”

Wahrscheinlich meint er sogar sich selbst damit..

Und alle so Yeeeeah

20. September 2009 by Gismo

Politik kann doch Spaß machen. Zumindest mit solchen Aktionen.

Aufgrund eines Fotos von einem beschriebenen Plakat formierte sich die Idee über einen Flashmob auf der auf dem Plakat angekündigten Rede unserer Kanzlerin.

Und das Ergenis ist auf Youtube zu bewundern.