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Bundestag: Wie erwartet

Donnerstag, 18. Juni 2009 by Gismo

So eben wurde die “Zweite und dritte Beratung CDU/CSU, SPD – Bekämpfung der Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen. Drs 16/12850” abgenickt.

Schon lächerlich wenn Zensursula es nicht mal nötig hält Persönlich dabei zu sein.

Das einzige Highlight neben der absolut gelangweilt klingenden Vorsitzenden war eigentlich nur noch die Abschiedsrede von Tauss der nochmal klar verständlich alle Fehler dieses Gesetzesentwurf den gesammelten Anwesenden entgegengeworfen hat. Leider wurde er nach 5 Min. abgewürgt. Hätte dieser Rede gerne noch weiter zugehört.

Bleibt nur noch auf den Bundesrat zu hoffen. Wobei wirklich daran glauben tu ich nicht.

Jetzt heist es so einen Gegenwind zu entfachen das sie nicht mehr vorwärts kommen.

Koalition ist sich einig

Mittwoch, 17. Juni 2009 by Gismo

Sperren für alle.

Und zwar als Spezialgesetz. Natürlich erweiterbar.

Entgegen aller Kritik wurde kaum etwas verändert.

Das BKA darf weiterhin nach eigenem Ermessen Seiten auf die Liste setzen (wenn das BKA der Meinung ist das ein Löschantrag zu lange dauern würde..)

3x dürft ihr raten was für den BKA Beamten einfacher ist: Löschantrag formulieren, in diesem Englisch was ja so kompliziert ist, den Provder Kontaktieren sogar vielleicht mit diesem telefonieren müssen, auch in diesem Englisch. Dann nachprüfen ob die Seite auch gelöscht wurde ODER den Eintrag in die Liste setzen und fertig.

Zugriffe auf die Stoppseite werden weiterhin Protokolliert, die Daten werden aber nicht zur Strafverfolgung verwendet. Ahhhja.

Die täglich erweiterte Sperrliste soll einmal im Quartal mit Stichproben von einem unabhängigen Gremium kontrolliert werden. Entschieden wurde das unser Datenschutzbeauftragter das Team stellen soll.

Da dies wohl nicht mit ihm abgesprochen war hat der auch gleich mal abgelehnt. Mit der Begründung das er für so eine Kontrolle gar nicht das nötige Wissen hat.

Richtig so und schön das Herr Schaar sich nicht als Alibi Kontrolle Mißbrauchen lässt.

Alles in allem alles so wie befürchtet.

Die SPD könnte auch einfach direkt liegen bleiben dann tut das umfallen nicht mehr so weh.

Koalition einigt sich beim Zensurgesetz

Freitag, 12. Juni 2009 by Gismo

Na wie überraschend ist sich die Koalition einig was getan werden muss.

War doch klar das es so läuft und nicht anders. Wozu Argumente anhören wenn man schalten und walten kann wie man will.

Die an der geplanten Stopp-Seite (übrigens freudsche Fehlleistung unserer Regierung) anfallenden Nutzerdaten sollen nun nicht  für die Strafverfolgung verwendet werden. Sperren tut das BKA nach Kenntniss von Seiten die Bilder vom Mißbrauch von Kindern zeigen auch nicht.

Oder braucht zu lange wenn sie es wollten.

Verständigt haben sich die Berichterstatter von Union und SPD laut Dörmann auch darauf, dass ein unabhängiges Gremium die Erstellung der Filterliste durch das Bundeskriminalamt (BKA) kontrollieren soll. Dieses könnte gemäß den Überlegungen der Koalition etwa beim Bundesdatenschutzbeauftragten angesiedelt werden

Also wieder keine Richter, die die einzigen rechtlich legitimierten Amtsträger währen, die das prüfen. Sondern irgendwer aus dem Amt der gerade Zeit hat. Das jemand dann auf einmal auf den Datenschutzbeauftragten, den wir eigentlich nur pro forma haben, hört ist ein schlechter Scherz. Auf den hat noch nie wer aus der Regierung gehört.

Auf die schweren weiteren verfassungsrechtlichen Bedenken, die Experten bei einer Anhörung im Bundestag vorgebracht hatten, wollen CDU/CSU und SPD demnach offenbar nicht eingehen.

Wozu auch man kann ja auch so. Und Verfassung ist das was unsere Bundesregierung will und nicht was irgendwo analog auf gepressten pflanzlichen Fasern geschrieben steht.

Ein wirkliches Highlight ist auch

Die technischen Möglichkeiten zu Web-Blockaden würden durch die großen Zugangsanbieter “auf jeden Fall aufgebaut”, verwies der Sozialdemokrat auf die entsprechenden Verträge mit dem BKA. Es sei zwar zweifelhaft, ob diese auf Drängen von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) zustande gekommenen Vereinbarungen den rechtsstaatlichen Anforderungen genügen. Doch eine mögliche gerichtliche Überprüfung könne Jahre in Anspruch nehmen. Daher sei das Gesetz nötig, um die Sperren zumindest in geordnete rechtliche Bahnen zu bringen.

Also anders ausgedrückt:

“Wir wissen das die privaten Verträge mit den Providern wahrscheinlich nicht Verfassungskonform sind. Deswegen muss das Gesetz erstmal raus um den Anschein einer legalität zu wahren. In ein paar Jahren dann können die Verfassungsrichter ja nochmal drüber urteilen. Dann steht aber die Zensur schon”

Meine Tastatur hat gerade forensisch auswertbare Gebisspurren erhalten….

Es geht los…

Mittwoch, 27. Mai 2009 by Gismo

War ja nur eine Frage der Zeit bis die Sperrbefürworter sich geschlossen zu Wort melden.

Sechs Organisationen haben sich in einer gemeinsamen Stellungnahme zu den Sperren geäußert.

Zur Ineffizienz der Stoppschilder schlagen sie stärkere Sperren vor. Na das ist doch mal eine Lösung. Aber bitte die ganzen Seiten nachwievor im Netz lassen. Denn das Abschalten der Seiten fordern auch die sechs Organisationen in Ihrer Stellungnahme nicht explizit.

“Das kann nur bedeuten, effizientere Mechanismen zu fordern, Ausnahmen auszuschließen und den bisherigen Gesetzentwurf entsprechend zu verbessern.”

Warum ich da drauf so rumreite?

Der AK-Zensur hat in einem erneuten Versuch bewiesen wie leicht solche KiPo-Seiten aus dem Netz genommen werden können. Entgegen aller Behauptungen seitens der Politik.

Wie währe es mit mehr und besser ausgebildeten und ausgerüsteten Fahndern, internationalen Abkommen zur Strafverfolgung um das Abschalten und verfolgen der Betreiber noch effizienter zu machen? Hauptsache die Zensurinfrastruktur steht.

Kinderschutzverein blamiert die Regierung

Freitag, 20. März 2009 by Gismo

Alle reden von Netzsperren und wie wichtig sie sind um die armen Bürger vor der allgegenwärtigen Kinderpornografie zu schützen. Es wird oft der Hinweis gebracht, das die meisten Seiten ja unsperrbar im Ausland liegen würden.

Ein Kinderschutzverein hat die vor kurzem veröffentlichte dänische Sperrliste untersucht und testweise 20 Seiten den hostenden Providern als Kinderpornografische Seiten gemeldet.

Ergbnis: von 20 Seiten sind 16 Seiten sofort gelöscht worden.

Das, was unsere Regierung sagt was unmöglich ist, hat ein privater Kinderschutzverein in nicht mal einem Tag Arbeit geschafft.

Nämlich solche Seiten dauerhaft aus dem Netz nehmen zu lassen.

Das Argument das solche Seiten ja wieder auftauchen gilt genauso für eine Sperrliste. Die greift bei einer neuen Adresse ebensowenig.

Der aktuelle Fall zeigt wo unsere Regierung ihre Prioritäten hat: Eine Wohnung eines Blogger wurde von der Polizei durchsucht und er hat eine Anklage wegen “Verbreitung von Kinderpornografie” bekommen weil er auf eine  Seite verlinkt hat die wiederum auf die überall veröffentlichte dänische Sperrliste verlinkte.

Also Seite A verlinkt auf eine Seite B und diese Seite B verlinkt wiederum eine Seite C auf der die Liste ist. Und der Betreiber der Seite A bekommt eine Anklage wegen Verbreitung von Kinderpornografie. Aber unsere Regierung sieht sich außerstande die eigentlichen Kinderpornografieseiten aus dem Netz zu nehmen was ein Verein in einem Tag schafft.

Das ist doch mal was. Ich fühl mich gleich sicherer, wenn ich für Aussagen (Links) in einer Kette von Personen (Seiten) verantwortlich gemacht werden kann die eine Person (Seite) macht die ich nicht mal kenne. Nur weil ich eine Person (Seite) dazwischen kenne (verlinke).

Nach dieser Argumentation können wir uns alle gegenseitig verhaften weil jeder über irgendwelche X-Ecken mit irgendwem in Verbindung gebracht werden kann der…..